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Land und Leute -  Ein Streifzug durch Geographie und Wirtschaft

Barba Yiannis und Vassilis

Kalos orisate..., so heißen die Kreter dem Fremden willkommen. Denn hier ist die Heimat des Zeus, des Gottes der Gastfreundschaft! Nun, an den fast 1000 Kilometer langen Küsten hat er kaum noch was zu sagen. Dort regiert Gott Tourismus... Auf den Dörfern im Inselinneren allerdings haben die alten kretischen Sitten immer noch einen sehr hohen Stellenwert. Und das wird sich nicht ändern!

Aus der Vogelperspektive erlebt man die Insel der Götter als grandiose Aneinanderreihung stark zerklüfteter Gebirge. Die fast 2.500 m hohen schneebedeckten Gipfel ragen fast unmittelbar aus dem Meer auf. An der ägäischen Seite sind ihnen schmale, langgestreckte Küstenebenen und landeinwärts strebende Täler vorgelagert. An der Südküste hingegen fallen die Gebirge oft steil in das Meer ab. Hier finden wir nur wenige kleine Ebenen, die sich am Ausgang tiefeingeschnittener Schluchten ihren Platz gesucht haben. Rundum Kreta herum finden wir fast dreißig Inselchen. Doch nur eine davon ist wirklich beständig bewohnt. Es ist der südlichste Punkt Europas, die Insel Gavdos. Sie wird beständig von Paleochoras aus versorgt. Während der Saison erreicht man die kleine Insel bequemer vom Hafen Chora Sfakia aus.

In der Inselmitte finden wir fruchtbares Hügelland. Hier erstreckt sich die Messara-Ebene gen Süden. Sie ist die Kornkammer der Insel. Heute allerdings auch das Zentrum der Überreste minoischer Kultur. Es ist nicht verwunderlich, dass sich in der Messara die meisten der 600.000 Bewohner der Insel angesiedelt haben. Die Geschichte beweist, dass dieses bereits seit vier Jahrtausenden der Fall ist. So finden wir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Knossos und Phaistos (Festos) bis Archanes, Gortis und Agia Triada.

Das heutige Bild der Dörfer und Städte wird oft durch die Bauten und Taten fremder Besetzer geprägt, die den Insulanern immer wieder die Freiheit raubten. Im Jahre 1204 kamen die Venezianer, deren Bauwerke in Chania und Heraklion dominieren. Es folgten 1568 die Türken, deren Spuren man heute in Rethymno und Chania bewundern kann. Nach der Befreiung von der Türkenherrschaft 1898 gab es nochmals einen Eroberer: Die deutsche Wehrmacht. Heute erinnern Gedenktafeln in den Ortschaften, die dem Erdboden gleichgemacht wurden, an die Gräueltaten der Nazis. Die Kreter wehrten sich immer wieder in Aufständen gegen die Eroberer. Ihre Landschaft kamen ihnen dabei zur Hilfe. Wir finden heute noch viele Höhlen und Klöster, die zu nationalen Gedenkstätten wurden.

Heute erschließt ein Straßennetz mit Asphaltstrassen aber auch abenteuerlichen Pisten die komplette Insel. Die Möglichkeit für den Besucher, jeden Winkel zu erkunden. Eigentlich wurden die Verkehrswege geschaffen, um abgelegene Dörfer zu integrieren, die Abwanderung junger Familien zu verhindern, den Landbewohnern das Leben zu erleichtern. Doch geholfen hat es kaum! In den sechziger Jahren wanderten viele in die Vereinigten Staaten, nach Kanada, Australien und natürlich auch nach Deutschland aus. Als dann der Tourismus einsetzte, der jungen Leuten Arbeit und Brot brachte, verwaisten viele Dörfer, ja, ganze Landstriche!

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